Futter und Ernährung III
Ich habe mich viel mit den verschiedenen Informationen beschäftigt
und hoffe, Euch auf dieser Seite Tips geben zu können, so
daß
Ihr die Güte und Qualität der verschiedenen Futtersorten
etwas
besser einschätzen könnt. Natürlich bin ich kein
Fachmann
auf diesem Gebiet. Aber jeder sollte sich, sogut es geht, mit dieser
Problematik
auseinandersetzen und sich Informationen darüber verschaffen.
Danke an Elina und Iris, die mit mir per Mail diskutiert und mich
mit
Antworten auf meine Fragen versorgt haben.
Tips zur Einschätzung der Futtergüte:
Viele Informationen findet Ihr auf der Zutatenliste. Denkt dran,
daß
die Reihenfolge der Zutaten Aufschluß über die enthaltene
Menge
gibt.
Kriterien:
- Detaillierte Zutatenliste.
- Antioxidantien
werden zur Fettkonservierung eingesetzt. Es gibt natürliche
(natürlich auch chemisch) wie z.B. Vitamine E oder C und chemische
(selten aufgeschlüsselt, meist unter EW- oder EWG-Zusatzstoffe
angegeben). Wie bei vielen Stoffen hängt "gut" oder "böse"
von der Menge ab. Es werden bei der Futterherstellung jedoch nur
sehr geringe Mengen verwendet.
Völlig ohne Konservierung ist's auch nicht gut. Denn wie sollen
die Fette vor dem Ranzigwerden geschützt werden? Enthält ein
Futter kaum Fett oder ist es beinahe als vegetarisch einzuordnen,
so ist auch keine Konservierung nötig. Aber in dem Fall ist es
auch
nicht gut für unsere Tiger, denn die sind Fleischfresser! - Ausgewogene
und katzengerechte Nährstoffe ohne leere
Füllstoffe,
die nur Leber und Nieren belasten.
Hier gibt oft die Herstellerangabe über die empfohlene Futtermenge
Aufschluß. Muß die Katze viel von einer Futtersorte
fressen, sind entsprechend viele Füllstoffe enthalten.
- Kein Zucker.
Der dritte Punkt (Ausgewogenheit) ist sehr schwer zu beurteilen.
Ich versuche mal, einige Aspekte dazu aufzuschreiben:
- Das Futter sollte hauptsächlich Fleisch enthalten. Bei
Trockenfutter
sollte der Fleischanteil in getrockneter Form aufgelistet sein.
Getreide
an erster Stelle ist für Fleischfresser nicht sonderlich geeignet.
- Mit Ausnahme des Diätfutters sollte der Abstand zwischen
Rohprotein
und Rohfett nicht zu groß sein. Nutro Max Cat enthält
beispielsweise
32% Rohprotein und 18% Rohfett (eine gute Mischung).
- Das Verhältnis von Calcium und Phosphor sollte ca. 1 : 0.9
betragen.
Ein falsches Verhältnis kann zu Knochenwucherungen führen.
Phosphor
kommt in Fleisch und tierischen Produkten vor. Zuwenig deutet also auch
auf wenig Fleisch hin.
- Bei Zugabe-Produkten sind die ungesättigten Fettsäuren
Nachtkerzenöl
und Sonnenblumen- bzw. Distelöl am besten. Katzen brauchen aber
auch
tierische Fette (ca. 1/2 bis 2/3), pflanzliche allein sind nicht
artgerecht.
- Tierisches Fett auf der Zutatenliste bedeutet i.d.R.
Schweinefett, was
nicht gut für Katzen ist.
- Reiseiweiß ist für Katzen nicht verwertbar und nur
enthalten,
um den Eiweißgehalt anzuheben, wenn nicht genügend
tierisches
Eiweiß vorhanden ist.
- Pflanzliche Eiweißextrakte deuten auf Soja hin.
- Geflügelextrakt (animal digest) ist eine chemisch
vorverdaute
Substanz.
Vorsicht!
Bei den Nährstoffen muß man genau lesen, besonders bei "Fleisch"
und all seinen Variationen. Ich war sehr verwirrt, wie ich diese
verschiedenen
Ausdrücke einordnen soll. Das Wort "Fleisch" muß auf
deutschsprachigen
Verpackungen beim Trockenfutter mit "getrocknet" oder "Mehl" zusammen
kommen,
sonst ist am Ende nur ein Viertel von dem drin, was man denkt, was drin
ist! Ein kleiner Exkurs am Beispiel Truthahn hilft Euch vielleicht
ebenfalls
bei der Einschätzung:
- Truthahn (=Turkey By-Products): Nebenprodukte. Also
Schlachtmüll.
Im Deutschen kann aber Truthahn stehen, man muß nicht
"Nebenprodukte"
schreiben! Wird noch getrocknet.
- Truthahnfleisch (=Turkey): Ist Fleisch (zum größten
Teil),
ABER
gewogen als Frischfleisch VOR dem Trocknen - ein übler Trick!
Über
70% des Fleisches ist Wasser und Fett. Wenn nun das Wasser entzogen
wird
und das Truthahnfleisch zu Truthahnfleischmehl verarbeitet wird, hat es
nur noch 30% seines Gewichtes. So fliegt es vom 1. Platz zum 4. oder 5.
Platz in der Inhaltsliste. Das ist ein Problem bei diversen Firmen.
- Truthahnmehl (Turkey By-Product Meal): Getrocknete Nebenprodukte,
manchmal
auch Schlachtmüll. Kein Fleisch.
- Truthahnfleischmehl (Turkey Meal): Das Fleisch NACH dem Trocknen.
Sinkt
also in der Inhaltsangabe nicht nach unten, weil es SO verwendet wird,
wie es ist!
Und nochmal Thema Fleisch und Nebenerzeugnisse (ähnliches
gilt
auch für Fisch):
Wenn auf dem schönen Dosen- oder Paketetikett steht, daß
es sich um Huhn handelt, heißt das nicht, daß auch nur Huhn
drin ist. Spricht die Zutatenliste von "Fleischigem", ist irgendwas von
irgendeinem Tier drin. Von welchem, steht da u.U. nicht. Vielleicht ist
es auch vom Schwein ;-( Wenn dann noch in Klammern eine Tiersorte
erwähnt
ist mit x% (vielleicht das Huhn), fragt Euch mal, aus welchen Tieren
sich
der Rest des "Fleischigen" (100% - x%) zusammensetzt.
4% einer Tiersorte reichen im Fall von Naßfutter aus, um dem
Futter einen Namen zu geben!
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse heißt, daß
sich der entsprechende Anteil aus beiden Dingen zusammensetzt, wobei
unklar
bleibt, wieviel wovon gemeint ist. Es ist eben einfach nur ein
Sammelbegriff.
Und was sind "tierische Nebenerzeugnisse"? Schlachtmüll?
Vielleicht hilft es, wenn Ihr Euch mal die Zusammensetzung von
"Fleisch und Nebenerzeugnis"
vorstellt. Oder denkt mal an "Fisch und Fischnebenerzeugnis".
Ich sehe da zwei Haufen:
- Eine Forelle o.ä., möglichst noch filetiert.
- Der "Abfall" meiner Forelle, also Schwanz, Innerei,
Gräten, Haut
und
Kopf.
Bei einem Huhn kann ich mir auch zwei Haufen vorstellen:
- Das appetitliche Hähnchen, das ich in den Grill schieben
kann.
- Federn, Füße, Gedärme, Blut, usw.
Das ist meine Mischung von "Fleisch und Nebenerzeugnis".
Glaubt
Ihr, die Zusammensetzung im Katzenfutter ist ähnlich? Dummerweise
denkt man irgendwie sogar immer an einen größeren 1. Haufen,
wenn man so eine Katzenfutterdose öffnet. Aber ob das stimmt? Beim
Einkaufen in der Menschenfutterabteilung sehe ich immer nur Teile der
1.
Haufensorte ;-) Spricht doch irgendwie dafür, daß die Haufen
nicht so verteilt sind, wie das in der Natur bei einem "ganzen Tier"
der
Fall ist.
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Christel Wysocki
© by Christel Wysocki,
02.04.2002, geändert 23.11.2004